Die Eintrittsgebühr betrug genau eine Mark. In den Folgejahren kann der Verein eine stetige Entwicklung verzeichnen. Auch wenn die Mitgliederzahl manchmal schwankte, blieb sie im Wesentlichen doch stabil. Aus welchem Grunde aber im Jahre 1921 allein 15 Sportler dem MTV Altglietzen den Rücken kehrten, kann heute nicht mehr nachvollzogen werden. Ein Jahr später zählte der Verein 60 Mitglieder und ein Dutzend Zöglinge.
Am 27. November 1927 fand der erste Dörferwettkampf zwischen den Männer-Turnvereinen Bralitz und Altglietzen statt. Die Altglietzener Mannschaft konnte diesen mit 1034 zu 870 Punkten doch deutlich für sich entscheiden. Die Altglietzener Sportler waren derzeit besonders stark in Leichtathletik und Geräteturnen, sowie im Feldhandball. Außer Handball wurde auch Faustball sowie das verwandte, aber kaum noch bekannte, Schleuderball aktiv betrieben.
Auch in der Höhe der Beiträge lässt sich der Lauf der Zeiten ablesen. Nachdem es in der Inflationszeit, besonders im Jahre 1923, dem Kassenwart schwer gefallen war, die Beiträge satzungsgemäß einzufordern, wurden die Beiträge anschließend mit 30 bzw. 15 Pfennige wieder stabil. Ab Oktober 1928 bis zur nächsten Krise 1932, schien es dem Verein wirtschaftlich wieder besser zu gehen, so betrug der Beitrag bis dato 50 bzw. 25 Pfennige. Über die Jahre hat sich die Mitgliederzahl bei 50 Sportlern eingepegelt.
Im Jahre 1937 enden die Eintragungen im Vereinsbuch des MTV’s und damit auch die Überlieferungen über die Zeit des zweiten Weltkrieges. Zu Beginn des Jahres 1945 fegte der Krieg auch über Altglietzen hinweg. Der Saal der Gaststätte Dewitz, in dem der MTV trainierte, wurde zerstört. Mit Kriegsende wurde aus der Oder, über die die Sportler zu Kreissportfesten nach Altküstrinchen und Zäckerick gefahren sind, ein Grenzfluss. Den MTV gab es nicht mehr, da die meisten Sportler in den Krieg ziehen mussten und sie dann entweder gefallen sind oder in Gefangenschaft waren.
1948 kehrte langsam wieder Normalität in Altglietzen ein und die Männer, die nicht im Krieg gefallen sind, kehrten aus der Gefangenschaft zurück nach Hause. Unter ihnen auch Mitglieder des früheren MTV. Diese Ehemaligen und die neu nach Altglietzen Gekommen taten sich zusammen und gründeten am 5. Oktober 1948 die Sportgemeinschaft Altglietzen, mit immerhin schon 36 Mitgliedern. Der Neuanfang war getan.
Ab 1949 gab es ein absolutes Novum in der Vereinsgeschichte – weibliche Mitglieder wurden aufgenommen. Schnell wuchs die Mitgliederzahl auf 95 Sportler, unter denen sich 25 weibliche befanden. Nach dem Wiederaufbau des Gaststättensaals konnte auch wieder im Winter trainiert werden. Derzeit war Altlgietzen eine Hochburg des Feldhandballs.
Im Jahre 1955 erfolgte die Umbenennung in B.S.G. Chemie Altglietzen. Namensgeber war das ortsansässige Ziegelwerk, das damals zur chemischen Industrie gehörte. Von der Neugründung bis 1956 war Paul Olm sen. Sektionschef, anschließend Günter Kriegel, ein Handballer aus Bad Freienwalde. Außer den drei traditionellen Sportarten Handball, Leichtathletik und Geräteturnen, wurden auch Tischtennis und Schach betrieben.1956 endeten die Eintragungen im Vereinsbuch erneut. Im Jahre 1958 endete dann der organisierte Sport in Altglietzen.
Erst am 23 Juni 1961 wurde in der Konsumgaststätte in Altglietzen von Otto Kura und weiteren Fußballbegeisterten ein neuer Anlauf genommen – die Betriebssportgemeinschaft Aufbau Altglietzen bei Bad Freienwalde. Bereits im gleichen Jahr wurde auch wieder ein Mitgliederverzeichnis geführt. Bis Jahresende zählte der Verein bereits wieder 31 Mitglieder.
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